Zitat Acher- und Bühler Bote
(mit "Tippfehlern" und "falsch übernommenen Aussagen")
Mit exotischen Kostümen in eine neue Rolle geschlüpft
Beim Bauchtanz wird Silke Rönspies aus Sinzheim zu Shahla Roni / Mit einem Schnupperkurs fing alles an
Sinzheim. Ein bisschen afghanisch, ein wenig hebräisch - all das verbirgt sich hinter dem exotischen Namen Shahla Roni, den sich Silke Rönspies gegeben hat, als sie ihre Karriere als Bauchtänzerin startete.
Getanzt hat sie schon immer gerne, erzählt die Gebärdendolmetscherin, die im wirklichen Leben beim SWR an der Hotline sitzt, wenn Zuschauer Mitschnitte aus Sendungen wünschen.
"Dragnet" hieß die Formation, mit der sie früher in Sinzheim aktiv war. Als diese sich auflöste, war erstmal Sendepause.
"Bei bestehenden Gruppen unterzukommen ist meistens ein bisschen schwierig", erklärt sie ihre künstlerische Auszeit, die schließlich von ihrer Mutter Helga durchbrochen wurde. "Sie hatte im Fernsehen eine Sendung über die Ehrefrau von Jean Pütz gesehen, die Bauchtänzerin ist." Ihr hat das sehr gut gefallen und als sie von Schnupperkursen bei Ajasha hörte, bedurfte es keiner großen Überzeugungsarbeit um gemeinsam mit Tochter Silke einen solchen zu belegen. "Ich wußte gleich, das ist mein Tanz." Und dem ist sie in den vergangenen fünf Jahren treu geblieben, nimmt noch immer einmal pro Woche Unterricht bei Ajasha.
Das hatte natürlich Folgen, und zwar nicht ganz so wie ursprünglich erhofft. Denn ein bisschen hatte sie im Zusammenhang mit der sportlichen Betätigung auch an ihre Figur gedacht. Die ist zwar von den entsprechenden Muskeln geprägt, wird aber vor allem durch die passenden Gewänder geprägt. "Das bleibt nicht aus, wenn man Bauchtanz-süchtig wird." Bei 200 Euro beginnt der Spaß. "In der Größenordnung von 400 bis 500 Euro wird es dann richtig hübsch", verweist sie auf die Stickereien und unzähligen Perlen, die von Hand aufgebracht werden.
Ja, auch sie sei dem Reiz erlegen und verfügt gleich über mehrere Outfits. Auftritte hat sie gegenwärtig allerdings wenige. "Ich bin im Moment ziemlich am Limit." Neben Beruf und Training drückt sie gegenwärtig die Schulbank für das Staatsexamen als Gebärdensprach-Dolmetscherin. Auch das ist eine Leidenschaft, die mit ihrem eigentlichen Berufsleben nicht zu tun habe. Irgendwann habe sie sich dafür begonnen zu begeistern und gelernt sich mit Gesten und Mimik mit Gehörlosen zu verständigen.
Genau diese Gruppe hat ein ganz besonderes Gespür für Shahla Ronis Tanzdarbietungen. Ob beim Erdbeerfest im roten Früchtchen-Kostüm oder bei Weihnachtsfeiern mit Kerzentablett auf dem Kopf - ihre Auftritte beim Gehörlosenverein sind im wahrsten Sinne des Wortes ein Hingucker. Denn Bauchtanz ist nicht nur einfach rhythmische Bewegung, sondern auch mit Aussagen gekoppelt.
Viele Gesten begleiten die Vorführung, dabei sei ihr die Gebärdensprache sehr hilfreich gewesen. "Beispielsweise lenkt die Tänzerin die Blicke durch Gesten auf bestimmte Dinge, oder sie stellt mit ihren Bewegungen Situationen dar." Das verstehen die Gehörlosen mit besonderer Sensibilität.
Jetzt brauche sie nur noch ein bisschen mehr Zeit und dann werde sich Silke Rönspies wieder häufiger in Shahla Roni verwandeln.
Christiane Krause