Merhaba und Salam!

Erschienen am: 
Montag, 7. August 2006

Hier ein Interview mit Shahla Roni, das anläßlich der Intranet-Reihe "Sommer,  Sonne, Intranet" mit dem SWR geführt wurde.

"Merhaba und Salam! Bauchtanz ist mehr als nur Bauch-Gewackel!"

In unserer Reihe "Sommer, Sonne, Intranet" stellen wir Ihnen in den nächsten Wochen Kolleginnen und Kollegen vor, die über ihre sportlichen Ambitionen berichten. Gerne wollen sie damit auch andere für Sport, Bewegung und Fitness begeistern. Die Intranet-Redaktion befragte Silke Rönspies, Sachbearbeiterin bei der SWR Media GMBH, über ihre Leidenschaft "Bauchtanz".

Der Begriff  "Bauchtanz" wird von vielen Tänzerinnen nicht so gerne gebraucht, da er in manchen Köpfen die Assoziation "Nachtclubtanz" hervorruft. Ein Synonym für "Bauchtanz" wäre "Orientalischer Tanz". Sie scheinen damit aber keine Probleme zu haben?
Nein, gar nicht. Es hat überhaupt nichts Anrüchiges. Außerdem "tanzt" nicht nur der "Bauch", sondern ebenso die Hände, Arme, Schultern, Brustkorb, Hüften. Ich persönlich finde den Begriff nicht verwerflich, die Leute wissen doch mit dem Begriff "Bauchtanz" mehr anzufangen als mit der Bezeichnung "Orientalischer Tanz". Außerdem hat der Bauchtanz eine sehr lange Tradition.

Die Hüfte zittert, das Becken kippt, die Arme wippen, der Körper dreht. Das klingt richtig anstrengend!
Das ist auch anstrengend und unter anderem ein Grund, warum ich mit dem Bauchtanz angefangen habe. Da ich auf mein Gewicht achte und mich eigentlich immer zu dick finde, sind Abnehmtipps bei mir sehr willkommen. Vor zweieinhalb Jahren entdeckte ich den Bauchtanz für mich, da sich unsere Jazztanzgruppe leider vor vielen Jahren aufgelöst hatte und ich immer auf der Suche nach etwas Neuem war. Mit Hilfe von Lehr-Videos tanzte ich dann täglich mindestens eine Stunde. Schon längst ging es dabei nicht mehr nur ums Abnehmen. Ich hatte richtig Feuer gefangen und das Üben vor dem Fernseher reichte nicht mehr aus. Ich nahm Unterricht in der Bauchtanzschule "Orientalia" in Malsch.

Zu den Anfängerinnen zählten Sie nach so intensivem Training doch sicherlich nicht mehr?
Nein, das nicht im Vergleich zu den anderen Teilnehmerinnen. Aber ich musste feststellen, dass das Lernen per Video doch bei weitem nicht so intensiv ist, wie wenn man es live sieht und exakt erklärt bekommt. Ayascha, die Leiterin des Studios, selbst seit 18 Jahren Bauchtänzerin, zeigte uns die Grundbewegungen, die verschiedenen Schrittkombinationen bis hin zur kompletten Choreographie. Die Geschichte des Orientalischen Tanzes wurde dabei ebenso mit einbezogen wie die Rhythmuskunde der vielfältigen orientalischen Musik. Schnell wusste ich, dass es für mich nicht bei diesem einen Kurs bleiben wird. Mich lässt der Orientalische Tanz seit dem Zeitpunkt nicht mehr los. Ich bin nahezu süchtig danach und besuche jeden Workshop in der Umgebung.

Wenn es nicht mehr das Abnehmen ist, was ist es dann, was Sie so am Orientalischen Tanz fasziniert?
Man lernt den eigenen Körper kennen, man bekommt ein Gefühl für die Bewegungen und gesund ist es auch noch. Es schont die Wirbelsäule und Gelenke und erhöht die Beweglichkeit einzelner Körperteile. Und wenn man ganz viel übt und nicht ganz unbegabt ist, kann man auch das ein oder andere von A nach B, ohne Benutzung der Hände transportieren, wie man anhand der Bilder sehen kann! Ein Leben ohne Bauchtanz könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen! Neues dazuzulernen ist für mich auch sehr wichtig! Wer bleibt schon gerne stehen? Eigene Choreografien zu erstellen ist eine neue und schöne Herausforderung.

Bauchtanz kann Frau eigentlich auch in Leggins und T-Shirt ausüben. Sie haben auf den Bildern aber ein typisches Raqs Sharqi Kostüm an. Wie wichtig ist das für Sie?
Nach der ersten Sicherheit und der ersten Choreografie, die ich im Studio Orientalia lernte, habe ich mir ein Kostüm zugelegt, denn ich wollte so bald wie möglich wieder auftreten. Auftritte vor Publikum hat mir nach 12 Jahren Jazztanz doch sehr gefehlt. Einmal ein Kostüm gekauft, kann man auch hier schier nicht mehr aufhören, da es wundervolle Kostüme gibt. Auch preislich sind da keinerlei Grenzen gesetzt.

Sie treten ja nicht unter Ihrem bürgerlichen Namen "Silke Rönspies" auf. Wie lautet denn Ihr Künstlername? Ist er frei erfunden oder hat er auch eine Bedeutung?
Stimmt, ein typisch deutscher Name klingt nicht besonders orientalisch bei der Ankündigung einer Bauchtänzerin und deshalb habe ich überlegt, wie ich denn heißen will. Da die Namen im Orient in der Regel eine Bedeutung haben, wollte ich, dass auch mein Name eine schöne Bedeutung hat. Dabei war mir wichtig, dass keine Verwechslungen zu Kolleginnen entstehen und auch, dass die Anfangsbuchstaben des Namens mit meinem richtigen Namen identisch sind. Ich wälzte also im Internet etliche Seiten über orientalische Namen und deren Bedeutung. In Anlehnung an meinen "richtigen" Namen wählte ich "Shahla Roni". "Shahla" bedeutet im afghanischen "schöne Augen". Das fand ich sehr passend, da ich wegen meiner Augen immer wieder mal Komplimente bekomme. "Roni" habe ich gewählt, weil ich zu Zeiten als ich noch im SWR3 Club arbeitete einfach "Röni" genannt wurde. "Roni" heißt im Hebräischen übrigens "meine Freude". Auch das fand ich sehr passend, denn die Freude beim Tanzen ist bei mir sehr groß und ich hoffe, dass auch Freude bei den Zuschauern geweckt wird, wenn sie mich tanzen sehen.

Welche Tanzprojekte haben Sie denn als nächstes vor?
Für unser Sommerfest in Ayascha´s Studio, das gerade stattgefunden hat, hatte ich eine Bollywood-Choreographie einstudiert und dazu zwei Hula-Tänze aufgefrischt. Die hatte ich vor Jahren einmal gelernt, denn auch in Bollywood- und Hula-Tänzen sind einige Bauchtanz-Elemente enthalten. Nun steht die Hochzeit von Freunden an. Dafür stelle ich gerade noch ein Programm zusammen, da ich dem Hochzeitspaar quasi eine Weltreise schenken möchte mit den Stationen Türkei, Kolumbien, Indien und Hawaii. Und danach das getanzte orientalische Märchen "Bedeia und das Wunder aus der Flasche".

Und was machen Sie, wenn Sie mal nicht twisten oder Shimmy tanzen?
Ich bin Sachbearbeiterin bei der SWR Media GMBH und dort für die Bestellannahme von Mitschnitten zuständig. Wenn ich tatsächlich mal nicht tanzen kann, ist Nordic Walking für mich der ideale Ausgleich. Da ist auch der ganze Körper im Einsatz. Allerdings ist das bei der Hitze in diesem Sommer nur in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu empfehlen.

Die Fragen stellte Martina Keiffenheim, Interne Kommunikation